Hunting Simulator 3 PS5 Test: Lohnt sich Nacons Open-World-Jagdsimulation?

Lesen Sie unseren ausführlichen Hunting Simulator 3 PS5 Testbericht über Ballistik, SimFauna-KI, Reviere, Fährtenarbeit mit Hund und Gameplay-Performance.

Die digitale Wildnis hat sich noch nie so weitläufig, still oder technisch anspruchsvoll angefühlt. In diesem praktischen Hunting Simulator 3 PS5 Test analysieren wir, ob das neueste Werk von Nacon Studio Ghent das ultimative Next-Gen-Fährtenlese-Erlebnis liefert oder unter Simulationsüberladung leidet. Jeder, der sich in unsere Hunting Simulator 3 PS5 Review vertieft, wird schnell feststellen, dass sich dieser Nachfolger kompromisslos auf authentische Ballistik, weitläufiges Terrain und strikte Waidgerechtigkeit konzentriert.

Entwickelt von Nacon Studio Ghent und Ende 2026 veröffentlicht, verspricht das Spiel einen gewaltigen Sprung im Vergleich zu seinem Vorgänger. Mit zwei riesigen, jeweils rund 100 Quadratkilometer (40 Quadratmeilen) großen Revieren, lizenziertem Equipment, Jagdhunden und einem überarbeiteten Tierverhaltenssystem schickt sich das Franchise an, die amtierenden Genrekönige wie theHunter: Call of the Wild und Way of the Hunter herauszufordern.


Reviere, Maßstab und das SimFauna-Wildtiersystem

Das Herzstück jeder Jagdsimulation liegt in ihrer Landschaft und dem Verhalten der Tiere. Hunting Simulator 3 startet mit zwei gewaltigen Regionen: den rauen, subalpinen Höhenzügen von Colorado und den sonnenverbrannten, buschbewachsenen Hügeln von Texas. Jedes Revier umfasst etwa 40 Quadratmeilen (ca. 100 km²), was Spielern reichlich Raum bietet, den sie zu Fuß oder am Steuer eines Geländefahrzeugs erkunden können.

Um diese Umgebungen zum Leben zu erwecken, führten die Entwickler das hauseigene „SimFauna“-Ökosystem ein. Anstatt statische Herden zu vorhersehbaren Zeiten spawnen zu lassen, erfasst das System Tierroutinen, Herdenhierarchien und biologische Reifegrade über längere Zeiträume hinweg.

Während der Testphasen für diese Hunting Simulator 3 PS5 Review bewies die Tier-KI sowohl beeindruckenden Realismus als auch gelegentliche Hartnäckigkeit. Um ein Rudel Maultier- oder Weißwedelhirsche auszumachen, muss man die Windrichtung lesen, die eigene Silhouette flach halten und Scheinwerfer lange vor dem Überqueren eines Bergrückens ausschalten. Trägt eine ungünstige Brise die eigene Witterung über 140 Meter weit, schlagen reife Böcke mit Warnlauten Alarm und flüchten augenblicklich.

Windrichtung & Witterungskegel
      ▲
     / \     [Witterung zieht mit dem Wind]
    /   \
   /  O  \   <-- Jäger (Stationär / Geduckt)
     ---
      │
      ▼      [Tiere gegen den Wind bemerken nichts; Tiere im Wind wittern sofort Gefahr]

Community-Berichte und unsere eigenen Spielsitzungen bestätigen, dass Tiere deutliche Altersstufen aufweisen. Beim Abglasen von Wild mit Hochleistungsoptiken zeigt das Fernglas wichtige Daten wie das geschätzte Alter an (z. B. ein 1,3 Jahre alter Spießer gegenüber einem 4,2 Jahre alten Trophäenbock). Das Erlegen junger Tiere bringt kaum Punkte und magere Auszahlungen ein, was die Spieler dazu zwingt, Rudel sorgfältig zu mustern und reife Stücke auszuwählen.

Reviervergleich: Colorado vs. Texas

MerkmalColorado-RevierTexas-Revier
Primäres BiomSubalpine Wälder, Kiefernkämme, FeuchtgebieteTrockenes Buschland, weite Ebenen, Caliche-Flusstäler
Kartengröße~100 km² (40 Quadratmeilen)~100 km² (40 Quadratmeilen)
Prägendes WildWapiti, Schwarzbär, Rotluchs, KanadagansWeißwedelhirsch, Wüsten-Maultierhirsch, Präriehunde
Gelände-HerausforderungDichter Baumbestand, steile HöhenanstiegeHitzeflimmern, weitläufige Sichtlinien beim Fährtenlesen
Ideale WaffentypenSchwere Repetierbüchsen (.300 Win Mag), BögenRasante Zentralfeuerbüchsen (.243), Halbautomaten

Ballistik, reale Arsenale und Wundballistik

Beim Waffenhandling beweist Hunting Simulator 3 unmissverständlich seinen Anspruch als authentische Simulation und grenzt sich von Arcade-Shootern ab. Das Testen der Ballistik für unseren Hunting Simulator 3 PS5 Test offenbarte ein anspruchsvolles, äußerst lohnendes Flugbahnmodell, das tiefes Verständnis von Geschossflugzeit, Geschossabfall und dem Einschießen (Zeroing) der Optiken verlangt.

Auf dem Schießstand der Jagdhütte reichen die Zielscheiben bis über 1.000 Yards (ca. 914 Meter). Wer eine moderate Patrone wie die .243 Winchester auf über 500 Meter abfeuert, muss bei einer auf 100 Meter genullten Optik ein beträchtliches Vorhaltemaß nach oben einkalkulieren. Kugeln treffen nicht instantan ein; zwischen dem Knall des Zündhütchens und dem metallischen Klingen der Stahlziele in der Ferne vergeht eine spürbare Verzögerung.

Das Spiel bietet eine beeindruckende Auswahl an offiziell lizenzierten Waffen- und Optikherstellern, darunter:

  • Winchester: Model 70, XPR Sporter, XPR Strata, Wildcat-Randfeuerbüchsen
  • Beretta: BRX1 Geradezugrepetierer, Premium-Bock- und Querflinten
  • Browning: X-Bolt-Serie, halbautomatische Zentralfeuerbüchsen, T-Bolt-Randfeuerwaffen
  • Remington: Model 700 Repetierer, 870 Vorderschaftrepetierflinten
  • Europäische Manufakturen: Merkel, Haenel und Verney-Carron Boutique-Waffen
  • Bogensport: Bear Archery Compoundbögen, traditionelle Langbögen und Jagdarmbrüste
  • Optiken: Bushnell mit variabler Vergrößerung und taktischen Absehen

Die Wundballistik ist gleichermaßen detailliert ausgearbeitet. Nach einem erfolgreichen Schuss visualisiert eine Röntgen-Trajektorien-Kamera den inneren Gewebeschaden. Trifft das Projektil auf schwere Knochenstrukturen wie Schulterblatt oder Rippen, verliert es sichtbar an kinetischer Energie. Prallt ein leichtes Projektil schräg auf eine Rippe, kann es splittern oder stoppen, bevor es beide Lungenflügel durchschlägt. Wird umgekehrt ein überdimensioniertes Kaliber wie die .300 Winchester Magnum auf Kleinwild abgefeuert, führt dies zu massiver Wildbretzerstörung und ruiniert die Verwertungswertung.

Trefferwirkung & Energieübertragungsprofil
[Mündungsaustritt] ────> [Luftwiderstand & Fall] ────> [Rippentreffer: -45% Energie] ────> [Doppellungen-Kavitation] ────> [Knochenstopp Gegenseite]

Beliebte Kaliber und waidgerechte Wildzuordnung

Patrone / KaliberWaffensystemWaidgerechte WildklassenEffektive ReichweiteBallistische Besonderheiten
.22 LR / .17 HMRRepetierer / HalbautomatPräriehunde, Hasen, KleinwildBis zu 100 mGestreckte Flugbahn bei .17; kein Wildbretverlust
.243 WinchesterRepetierbüchseRaubwild, Kojoten, kleineres/mittleres SchalenwildBis zu 400 mHohe Rasanz; anfällig für schwere Schulterknochen
.308 WinchesterRepetierer / HalbautomatWeißwedelhirsch, Maultierhirsch, SchwarzwildBis zu 500 mExzellente Balance aus Tiefenwirkung und Energie
.300 Win MagRepetierer / HalbautomatWapiti, Elch, GroßbärenBis zu 800+ mEnorme Tiefenwirkung; starker Rückstoß; zerstört Federwild
Kaliber 12 FlintePump-Action / KipplaufFederwild, Fasane, Niederwild15–45 mErfordert gute Deckung und passende Schrotgröße

Gameplay-Loop: Jagdhunde, Lizenz-Ökonomie und Fahrzeuge

Eine erfolgreiche Jagd in Hunting Simulator 3 erfordert Geduld, Vorbereitung und die strikte Einhaltung von Jagdvorschriften. Bevor Spieler eines der beiden Reviere betreten, müssen sie gültige Jagdlizenzen (Tags) erwerben.

In unserem Hunting Simulator 3 PS5 Test erwies sich das Wirtschaftssystem als eines der unnachgiebigsten Elemente des Spiels. Abschusslizenzen werden einzeln oder in Paketen (beispielsweise eine Lizenz für acht Hirsche) mit verdientem Geld oder Revier-Gutscheinen erworben. Wer eine Kanadagans oder einen Schwarzbären ohne entsprechende Genehmigung erlegt – oder ein unzulässiges Kaliber verwendet –, erhält lediglich eine symbolische Entschädigung von einem Dollar und verliert die Präparationsrechte für die Jagdhütte.

Um die riesigen 40-Quadratmeilen-Karten effizient zu durchqueren, können Spieler Nutzfahrzeuge wie das leise, elektrische Polaris Side-by-Side-ATV einsetzen. Obwohl schnelles Fahren durchs Unterholz das Wild in weitem Umkreis vergrämen kann, spart es entscheidende Zeit bei Fahrten zwischen abgelegenen Außenposten, Hochsitzen und Bergungsorten.

Das Jagdhundesystem verleiht der Nachsuche und dem Aufspüren spürbare Tiefe. Spieler können einen Jagdhund adoptieren, benennen und dessen Verhalten über ein intuitives radiales Befehlsrad im Feld steuern.

Jagdhund-Befehlsrad
           [ Suchen ]
               ▲
               │
 [ Fuß ] ◄─────┼─────► [ Bleib ]
               │
               ▼
         [ Apportieren ]

Ein ausgebildeter Retriever erspart den Frust, geschossenes Federwild im dichten Schilf zu suchen oder Kleinwild wie Präriehunde nach weiten Schüssen aufzuspüren. Bei der Großwildjagd lässt ein Suchbefehl den Hund vorauseilen, um frische Fährten aufzunehmen und Einstände anzuzeigen, ohne das Wild vorzeitig aufzuschrecken.

Jagdhund-Befehle & Nutzen im Revier

BefehlDirekte AktionOptimales JagdszenarioSpielervorteil
Fuß (Heel)Hund läuft eng neben dem JägerPirsch auf unter 150 Meter an scheues WildMinimiert Trittgeräusche und versehentliches Aufscheuchen
Bleib (Stay)Hund legt sich lautlos an Ort und Stelle abEinrichten im Ansitzschirm oder auf dem HochsitzVerhindert, dass der Hund beim Anbacken die Deckung verlässt
Suchen (Scout)Hund stöbert voraus nach WitterungDurchstreifen unübersichtlicher Dickichte oder dichter WälderErkennt Fährten und Lautäußerungen wesentlich früher
Apportieren (Retrieve)Hund sucht Beute und bringt sie zurückErlegtes Federwild im Sumpf oder Kleinwild auf DistanzAutomatisiert das Bergen ohne mühsames Suchen im hohen Gras

PS5-Performance, DualSense-Features und Grafikqualität

Konsolenspieler befürchten oft, dass komplexe PC-Simulationen unter trägen Controller-Steuerungen oder Rucklern leiden. Glücklicherweise zeigte unser Praxistest für diese Hunting Simulator 3 PS5 Review eine rundum solide Optimierung.

Spieler können nahtlos zwischen der traditionellen First-Person-Perspektive und einer Third-Person-Kamera wechseln. Während die Egoperspektive für präzises Zielen und den Blick durch Zielfernrohre unverzichtbar bleibt, macht die Third-Person-Ansicht lange Märsche durch unwegsames Gelände und Buschwerk deutlich angenehmer.

Der Titel nutzt den DualSense Wireless-Controller der PlayStation 5 hervorragend aus. Der adaptive Widerstand des Abzugs zieht spürbar an, wenn man den Druckpunkt eines zweistufigen Büchsenabzugs überwindet – ein haptisches Feedback, kurz bevor der Schlagbolzen bricht. Haptische Effekte vibrieren dezent, wenn man über Geröllfelder läuft, durch Moore in Colorado watet oder das Gaspedal des elektrischen Polaris-ATVs durchdrückt.

Optisch glänzt die Beleuchtungs-Engine besonders in den Morgen- und Abendstunden. Lange Schatten wandern durch texanische Canyons, während dynamischer Bodennebel über die Täler Colorados zieht. Das Textur-Streaming gerät bei Höchstgeschwindigkeit im Fahrzeug gelegentlich ins Stocken, doch die Fährtenarbeit zu Fuß hält eine stabile Bildwiederholrate. Weitere technische Spezifikationen lassen sich auf der offiziellen Seite zu Hunting Simulator 3 auf Steam einsehen.

Technische & spielerische Wertung

KategorieWertung (von 10)StärkenSchwächen
Ballistik & Schussgefühl9.0 / 10Realistischer Geschossabfall, Nullung, Knochentreffer-ModellSteile Lernkurve für Einsteiger
Grafik & Atmosphäre8.5 / 10Natürliche Vegetation, Beleuchtung, dynamisches WetterLeichtes Textur-Pop-in bei schneller ATV-Fahrt
Sounddesign8.0 / 10Authentische Mündungsknälle, räumliche TierlauteWindschleifen können gelegentlich Hufgeräusche überdecken
Jagdhund-KI8.5 / 10Griffiges Befehlsrad, verlässliches ApportierenGelegentliche Hänger an extrem steilem Felsgelände
Ökonomie & Lizenzen7.5 / 10Belohnt waidgerechtes Jagen; hoher WiederspielwertHarte Strafen bei versehentlichen Fehlabschüssen

Fazit: Kann der Titel die Konkurrenz überflügeln?

Zieht man das finale Fazit in diesem Hunting Simulator 3 PS5 Test, wird deutlich, dass Nacon Studio Ghent auf Spieltiefe statt schnelle Erfolgserlebnisse setzt. Dies ist keine rasante Schießbude, sondern eine methodische, atmosphärische Simulation, die Geduld, exaktes Einschießen der Waffen und diszipliniertes Auskundschaften belohnt.

Die Integration realer Waffenhersteller wie Browning, Winchester und Beretta – kombiniert mit dem dynamischen Altersstufensystem von SimFauna – verleiht jedem erlegten Stück echtes Gewicht. Während die strikte Lizenzökonomie und kompromisslose Kaliberbeschränkungen Gelegenheitsspieler herausfordern dürften, werden passionierte Jagdfreunde die Detailtreue und Nähe zu realen Naturschutzgesetzen schätzen.

Wer eine weitläufige Open-World-Jagdsimulation sucht, die Treffsicherheit und Waidwerk über Run-and-Gun-Action stellt, für den ist Hunting Simulator 3 auf der PlayStation 5 eine lohnende Erweiterung für die heimische Trophäenhalle.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Unterstützt Hunting Simulator 3 Crossplay oder Multiplayer?

Das Kernerlebnis konzentriert sich stark auf die Erkundung der offenen Spielwelt im Einzelspieler, Schießstand-Herausforderungen und das Gestalten der Jagdhütte. Online-Multiplayer-Modi erlauben es Jägern, Reviere gemeinsam mit Freunden zu erkunden und Fährten zu lesen, wobei plattformübergreifendes Crossplay vom jeweiligen Patch-Stand der Konsolen- und PC-Versionen abhängt.

Wie streng ist das Lizenz- und Abschußsystem geregelt?

Das Lizenzsystem ist bewusst rigoros gestaltet. Erlegt man ein Tier ohne passende Lizenz oder mit einer unzulässigen Kaliberklasse (wie etwa die Bejagung von Federwild mit einer .300 Win Mag), sinkt die Auszahlung auf symbolische 1 $ und die Trophäe kann nicht für das Präparieren genutzt werden. Lizenzen sollten daher immer vor dem Verlassen der Jagdhütte gelöst werden.

Kann das gesamte Spiel in der Third-Person-Perspektive gespielt werden?

In unserem Hunting Simulator 3 PS5 Test konnten wir bestätigen, dass zu Fuß jederzeit frei zwischen First-Person- und Third-Person-Ansicht gewechselt werden kann. Sobald man jedoch über das Zielfernrohr, Kimme und Korn oder das Bogenvisier zielt, wechselt das Spiel für maximale Präzision automatisch in die Egoperspektive.

Steht das elektrische Polaris-ATV von Beginn an bereit?

Ja, Nutzfahrzeuge können nach der anfänglichen Freischaltung in den Reviergaragen ausgewählt werden. Das elektrische Side-by-Side bietet eine leise und zügige Fortbewegungsmethode durch die 100 Quadratkilometer großen Reviere, wobei allzu nahes Heranfahren an Herden auch hier scheues Wild vertreibt.